Allgemeine Informationen

Baugenehmigung und Bodenvorbereitung

Haben Sie eine Baugenehmigung? Wenn nicht, sollten Sie auf keinen Fall eine Betonplatte gießen. Alternativ können Sie Gummiplatten auslegen oder Sie können pflastern. Beides lässt sich im Notfall relativ mühelos wieder entfernen. Dies gilt auch, wenn Ihr Stall auf Pachtland stehen soll.

Tipp: Hier finden Sie ein Buch zum Thema Baugenehmigung, das die rechtlichen Grundlagen erklärt, spezielle Probleme beleuchtet und Gerichtsurteile heranzieht: http://www.offenstallkonzepte.com/ebook-baugenehmigungen-fuer-pferdestaelle (kostenpflichtig)

Wenn Sie jedoch eine entsprechende Genehmigung besitzen, haben Sie die Qual der Wahl. Einerseits ist die Verwendung von Beton für Sie eine Arbeitserleichterung, da Sie mit dem Säubern der Boxen ein relativ einfaches Spiel haben. Andererseits lieben Ihre Pferde bestimmt keinen Beton, da Beton im Winter sehr kalt ist. Sie müssen dann mit einer entsprechend höheren Einstreu der Kälte entgegenwirken. Oder Sie verwenden Gummimatten – leicht zu säubern und nicht kalt – meines Erachtens der nahezu sinnvollste Untergrund. Es gibt aber noch weitere vielfältige Möglichkeiten der Bodenvorbereitung. Die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen und ist in den meisten Fällen unabhängig vom Gebäude.

Dacheindeckung

Wir decken unsere Gebäude im Standard mit Stahltrapezblechen ein.

Dieses Dacheindeckungsmaterial bietet viele Vorteile:
Sie bekommen die Bahnen auf voller Länge des Gebäudes, d.h. ohne Nahtstellen. Die Dächer sind bei der Montage begehbar. Die verschraubten Bleche steifen das Gebäude hervorragend aus und tragen so sehr zur Stabilität des Gebäudes bei. Die evtl. spätere Entsorgung stellt keine Probleme dar – anders als bei Teerpappen z.B. –, also umweltfreundlich. Sie erhalten die Bleche in verschiedenen Farben ohne Aufpreis: grauweiß, rotbraun, grün, anthrazit. Wir raten zu grauweiß, weil sich diese Farbe im Sommer nicht so aufheizt.

Nachteile:
Unter bestimmten Witterungsverhältnissen bilden sich unter den Blechen Schwitzwassertröpfchen, die natürlich irgendwann das Blech verlassen wollen und zu Boden stürzen. Das kommt aber relativ selten vor (man sagt im Schnitt an ca. 10 Tagen im Jahr) berücksichtigen Sie bitte, dass es sich um Tröpfchen handelt und nicht um Sturzbäche. Sie brauchen also keine Angst haben, dass Ihre Pferde triefend nass in der Hütte stehen. Sollte Ihnen dieses Phänomen jedoch absolut nicht behagen, können wir Ihnen die Bleche auch mit einem Antitropfschutz liefern. Dabei handelt es sich dann um eine Art Filz, der unter die Bleche geklebt ist. Dieser nimmt die Feuchtigkeit natürlich besser auf und es kommt zu keiner Tröpfchenbildung.

Immer wieder werden wir gefragt, ob das Blechdach nicht viel zu laut wäre. Natürlich ist das Regengeräusch auf einem Blechdach lauter als auf einem Tondach, aber für Ihre Pferde dürfte das wirklich überhaupt kein Problem darstellen. Jedes vorbeifahrende Auto ist wesentlich lauter als der Regen auf diesen Dächern. Als Alternative können wir Ihnen gegen Aufpreis eine Eindeckung aus Faserzementplatten (ehemals Eternit) – asbestfrei – anbieten. Diese Platten sind leiser bei Starkregen, neigen aber, ebenso wie Bleche, zur Tröpfchenbildung. Preise hierzu auf Anfrage.

Holzart

Wir bauen die Gebäude aus Lärchenholz. Der Lärchenbaum ist vorwiegend in den Gebirgen Mitteleuropas anzutreffen, da im rauen Klima die Lärche bestens gedeiht und auch eine hochwertige Holzqualität liefert. Lärche ist das schwerste und zugleich härteste einheimische Nadelholz. Lärche zeigt, dem Wechsel der Witterung ausgesetzt – sowohl trocken als auch feucht geworden – eine große Widerstandskraft. Lärchenholz ist extrem witterungsbeständig. Es ist sehr fest, dauerhaft, zäh, harzreich, wertvoll, trocknet schnell, schwindet nur mäßig, arbeitet gering, ist gut bearbeitbar und relativ unempfindlich gegenüber Pilzbefall.

Lärchenholz ist ohne chemischen Holzschutz im Freien dauerhaft wetterbeständig. Direkter Bodenkontakt sollte jedoch vermieden werden. Grundsätzlich kann man Lärche aufgrund des hohen Harzgehaltes unbehandelt lassen. Es entwickelt sich dann der silbergraue Grundton. Sollte die „witterungsbedingte Grauzone“ nicht gewünscht sein, so können für den Anstrich die herkömmlichen Lasuren und Farbanstriche verwendet werden. Aufgrund guter Festigkeit und Elastizitätseigenschaften eignet sich Lärche hervorragend als Bau- und Konstruktionsholz. Es findet Verwendung als Bauholz und ganz besonders in Außenverschalungen, da durch die Harzigkeit des Holzes eine lange Lebensdauer gegeben ist.

Holz und Pferde

Immer, wenn man sich für einen Holzstall in der Pferdehaltung entscheidet, läuft man Gefahr, den Pferden hiermit zu einer zusätzlichen Futteraufnahme zu verhelfen. Hat man einen sogenannten „Biber“ im Stall, hilft tatsächlich nur, diesen mit ausreichenden Mengen Frischholz (möglichst Fichte oder noch lieber Obstgehölze mit Rinde) zu versorgen, damit er den Stall in Ruhe lässt. Grundsätzlich wird Lärchenholz, aus unserer Erfahrung heraus, aufgrund des hohen Fettgehaltes nicht gerne gefressen, aber es gibt mit Sicherheit Ausnahmen. Bedenken Sie bitte immer, dass Pferde von Natur aus gerne Holz bzw. Holzrinden fressen, die bestimmte Nährstoffe enthalten, welche Pferde benötigen.

Es gibt natürlich Möglichkeiten, die Pferde vom Holzfraß beim Stall abzuhalten. Ein paar Metallwinkel aus Aluminium an den beliebtesten Stellen reichen in der Regel schon aus, um das Schlimmste zu verhindern. Das können Sie entweder später – sollte sich überhaupt eines Ihrer Pferde am Holz vergehen – in Eigenregie übernehmen oder wir liefern Ihnen vorbereitete Aluminiumwinkel mit.

Standfestigkeit des Gebäudes

Sie sollten das Gebäude sorgsam im Erdreich verankern, damit kein starker Sturm oder Orkan aus Ihrem Stall ein Flugobjekt machen kann. Gerade bei dreiseitig geschlossenen Gebäuden ist eine gewisse Sturmanfälligkeit absolut normal. Unsere Weidehütten sind im Gegensatz zu vielen fahrbaren Weidehütten sehr schwer. Eine Verankerung mit dem Erdreich ist trotzdem dringend empfehlenswert. Auch hier gibt es wieder zwei Möglichkeiten: Die solideste Verbindung erreichen Sie mit Punktfundamenten, in welche Pfostenträger eingegossen werden. Pläne zur Vorbereitung erhalten Sie auf Anfrage von uns. Daran wiederum wird der Stall dann verschraubt. Die Alternative wären verzinkte Erdnägel. Das sind einfache, ca. 1,0 m lange Eisenstangen, die direkt an der Wand in den Boden geschlagen und dann am Stall verschraubt werden. Diese können Sie ebenfalls über uns beziehen.

Zum Untergrund

Die Lebensdauer und Standhaftigkeit des Gebäudes sind von zwei Kriterien abhängig: Lärchenholz ist sehr stabil und wetterbeständig. Das Material kann jedoch durch Dauerfeuchtigkeit, welche nur aus dem Erdreich zu erwarten ist, Schaden nehmen. Folglich sollte bei jedem Gebäudetyp sorgsam darauf geachtet werden, dass eine entsprechende Feuchtigkeitssperre eingebaut wird.

Eine wirklich dauerhafte und gute Lösung ist eine Betonaufsockelung, wie sie auf dem Foto dargestellt ist. Der Stall wird später mit sogenannten Schwerlastdübeln auf diesem Sockel verankert. Die 25 cm zusätzliche Höhe halten das Holz im unteren Bereich von innen wie auch von außen immer trocken.

Sollte Ihnen das zu aufwändig sein, empfehlen wir zumindest die Verwendung eines Ringbalkens. Egal, ob Sie eine Betonplatte gießen, pflastern, Kies oder Schotter aufschütten oder direkt auf Gras bauen möchten – der Ringbalken schützt Ihren eigentlichen Stall einerseits von unten vor Dauerfeuchtigkeit und zusätzlich kommt die Einstreu nicht direkt mit dem Stall in Berührung. Dieser Ringbalken – man könnte ihn auch „Gammelholz“
nennen –, nimmt natürlich dann ständig Feuchtigkeit auf und wird Ihren Stall voraussichtlich ca. 10 bis 15 Jahre vor Nässe schützen. Später haben Sie immer die Möglichkeit, diesen punktuell auszutauschen.
Oder Sie entscheiden sich für die etwas teurere aber dafür dauerhafte Lösung und bestellen einen Kunststoff-Ringbalken aus Recycling-Material. Dieser hält ewig. Sie finden beide Varianten in unserem Zubehör.